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12. Oktober 2020

Seit dieser Woche hat Bubikon-Wolfhausen drei Plauderbänke. Diese laden dazu ein, mit Fremden ins Gespräch zu kommen, sich miteinander auszutauschen und voneinander zu erfahren. Die Plauderbänke entstanden aus einem gemeinsamen Projekt der MOJUGA Stiftung für Kinder- und Jugendförderung und der Pro Senectute Kanton Zürich und wird in Bubikon von der Offenen Jugendarbeit umgesetzt.

Auf dem Bänkli vor dem Volg Wolfhausen kann es durchaus vorkommen, dass ein Jugendlicher die Kopfhörer abnimmt, wenn sich eine Seniorin dazusetzt. Vielleicht fragt sie, was er hört. Vielleicht erzählt sie, welche Musik sie selbst mag. Vielleicht vergleichen sie ihre Wahrnehmung der Coronakrise. Und vielleicht bleibt es bei einem freundlichen Grüezi. Dass die Begegnung wortlos verläuft, ist hingegen unwahrscheinlich. Immerhin sitzen sie beide auf dem Plauderbänkli, und wer hier Platz nimmt, signalisiert, dass er einem Gespräch zumindest nicht abgeneigt ist.

Unbekannte anzusprechen erfordert oftmals Mut. Etwas einfacher wird es, wenn klar ist, dass das Gegenüber offen dafür ist. Die Plauderbänkli helfen dabei, die Lust auf einen Schwatz zu kommunizieren. Die Idee hinter dem von der MOJUGA Stiftung initiierten Projekt ist, darauf zu sensibilisieren, dass der öffentliche Raum ein wichtiger Ort für Begegnungen und Zusammenleben ist. Dass die Pro Senectute Kanton Zürich das Projekt unterstützt, liegt nahe. Wie im Leitbild festgehalten, ist die Fachorganisation für das Alter an einem regen und lebendigen Generationenaustausch interessiert: «Wir wollen den institutionellen und informellen Austausch zwischen Jung und Alt auf allen möglichen Ebenen fördern und intensivieren», erklärt Franjo Ambrož, Vorsitzender der Geschäftsleitung.

Von diesem Austausch profitieren natürlich alle Altersklassen, für die jüngsten und ältesten Mitglieder der Gesellschaft ist er aber besonders wertvoll. Im Alter steigt das Risiko der sozialen Isolation, das Gefühl von Einsamkeit mindert die Lebensqualität und schliesslich auch die Gesundheit. Spontane Begegnungen wirken diesem Prozess entgegen. «Wir erhoffen uns, dass sich Jüngere und Ältere auf eine unkomplizierte Art begegnen, und wenn dies in der Natur spontan geschieht, dann freut es uns umso mehr», so Franjo Ambrož.

Kinder und Jugendliche auf der anderen Seite lernen in der Begegnung mit Menschen aller Altersgruppen im öffentlichen Raum respektvolles Verhalten, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein, Konfliktfähigkeit, Dialogbereitschaft und den Umgang mit Regeln. Diese Kompetenzen üben sie im Freien, wo sie sich ohne ständige Beaufsichtigung und Anleitung frei bewegen können. «Gerade hier entstehen aber oft erst bei Nutzungskonflikten, Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern», erklärt Marco Bezjak, Stiftungspräsident der MOJUGA. Das Plauderbänkli sei eine sympathische Möglichkeit, in einem anderen Kontext ins Gespräch zu kommen.

Das Projekt soll aber nicht nur eine Brücke zwischen den Generationen schlagen, sondern auch das Bewusstsein der Bevölkerung dafür fördern, dass der öffentliche Raum für junge und ältere Menschen eine integrative Bedeutung hat.

Drei ausgewählte Bänke in Bubikon-Wolfhausen hat die Offene Jugendarbeit mit einer Botschaft auf einem blauen Schild versehen, die den Ruheplatz als Plauderbänkli ausweist. Neben dem Volg in Wolfhausen wurden so die Bänke vor der Bibliothek Bubikon und im Naturschutzgebiet Wihalde zu Plauderbänken. Die Offene Jugendarbeit wird im Rahmen ihrer Aufsuchenden Jugendarbeit an den Standorten regelmässig präsent sein und nimmt gerne Rückmeldungen zu den Begegnungsorten entgegen.

Kontakt und Informationen:
Alexandra Matulla, Jugendbeauftragte, 079 941 34 32, alexandra.matulla@mojuga.ch

Plauderbänkli